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Seit Januar des Jahres 2003 besteht nun meine Zucht von Ridgeback unter dem Namen "zu Hunigertach". Die Zucht ist recht klein und besteht aus nur 5-10 Zuchttiere. Pro Jahr fallen hier nicht mehr als höchstens 2-10 Würfe. Natürlich ist auch jede der Verpaarungen gezielt gesetzt und dient dazu dem Zuchtziel näher zu kommen.
Obermeerschweinchenguru, Stallchefin, Webmasterin und Ansprechpartnerin für alles meerschweinchen- und zuchttechnische bin ich: Anna Barth. Ich lege die Verpaarungen fest, führe die Zuchtbücher, übernehme die Versorgung der Tiere und verkaufe Abgabetiere. Genauso stammen alle Texte auf dieser Homepage von mir und ich bin diejenige die sich genauestens mit den Grundlagen der Zucht beschäftigt. Dennoch würde das alles nicht ohne die großzügige Hilfe meiner Familie funktionieren! Durch mein abgeschlossenes Biologiestudium und meine Promotion, bin ich auch von Grund auf mit den Einzelheiten zu Vererbung und Physiologie der Meerschweinche vertraut. Zudem bin ich immer um wissenschatliche Veröffentlichungen rund um diese Themen bemüht und bilde mich gerne fort. Hin und wieder besuche ich mit einigen Tieren eine Ausstellung, um von geschulten Richtern eine Beurteilung über Probleme und Fortschritte hinsichtlich meines Zuchtziels zu erhalten. Bisher war ich mit allen Ergebnissen meiner Tiere sehr zufrieden und denke, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde, einerseits diese seltene Rasse anerkennen zu lassen und andererseits nur gesunde und langlebige Tiere in die Welt zu setzten. Aufgrund der Seltenheit dieser Rasse (und einem demnach großen Mangel an Frischblut) geht die Zucht nur langsam vorran, v.a. auch deshalb weil eine gesunde Zuchtlinie im Vordergrund steht und nicht die rasche Vermerhung und Anerkennung der Rasse.

Ich bin seit 2003 Mitglied im MFD (Meerschweinchenfreunde Deutschland).

MFD-Landesverband Baden-Württemberg (

Das Zuchtziel

Ich habe mir für die Zucht der in Deutschland noch relativ unbekannten Rasse Ridgeback entschieden. Hierbei selektiere ich nach allgemeinen Rassemerkmalen und rassespezifischen Merkmalen gleichermaaßen. Noch fallen in den Würfen allerlei Farben. Es stecken allerdings ausschließlich die Faktoren A, At, a, B, b, C, cr, ca, e, ep und S in den Tieren. Weiterhin kann ich in hohem Maße garantieren, dass meine Tiere frei von unerwünschten Trägereigenschaften sind. Mit jedem Fremdbluttier erhöht sich zwar das Risiko auf unerwünschte Trägereigenschaften, aber durch gezielte Inzuchtverpaarungen lassen sich diese weitestgehend aufdecken.

Zuchttiere

Meine Zuchttiere werden nach bestem Wissen und Gewissen ausgesucht. In den Zuchteinsatz kommen nur Tiere, die sich bis zum Zeitpunkt der Verpaarung gut entwickelt haben. Bei Komplikationen vor, während und nach der Geburt werden sowohl Mutter als auch Kinder von der weiteren Zucht ausgeschlossen. Allerdings war dies bisher nur selten der Fall. Weiterhin wird bei der Zuchttierauswahl auch stark auf den Charakter der Tiere geachtet, hektische oder extrem scheue Mütter gehen nicht in die Zucht. Oft werfen Weibchen bei uns nur 1-2 Mal und gehen danach in wohlverdiente Rente. Böcke werden öfter (bis zum 6. Lebensjahr) oder nur einmal in den Deckeinsatz geschickt. Auch hier gilt, sobald ein Bock gesundheitlich eingeschränkte Jungtiere zeugt oder selbst schwer an eventuell erblichen Krankheiten erkrankt, geht er mit samt seinem Nachwuchs aus der Zucht. Der Gesamtbestand besteht meist nur aus rund 10-20 Tieren (inklusive Babys, Vermittlungstieren, Rentnern, inaktiven Zuchttieren und Liebhabern), wobei die Zahl tatsächlich aktiver Zuchttiere stark schwankt, da nicht alle dauerhaft aktiv sind und sich manchmal nie die Gelegenheit ergibt sie in Verpaarung zu setzten.


Unsere Rentner

Rentner sind meine ehemaligen Zuchttiere, welche für die Zucht zu alt geworden sind oder im Idealfall bereits für gesunden Zuchtnachwuchs gesorgt haben. Manchmal passiert es aber auch, dass sich Jungtiere noch vor Zuchteinsatz als zuchtuntauglich herausstellen. Sei es weil sie nicht wachsen wollen oder sie erkranken. Oft trifft das zugekaufte Tiere. Da ich aber auf keinen Fall mit kranken Tieren züchten möchte, leben diese Tiere dann weiterhin in meinem Rudel oder es finden sich neue Besitzer, die die Tiere nicht zur Zucht einsetzten wollen. Zu einem Großteil behalte ich fast alle meine Rentnertiere, so versuche ich zu gewährleisten, dass erbliche Erkrankungen, die erst im späteren Alter zum Tragen kommen, nicht unbemerkt in die Linie gezogen werden. Genauso fühlt man sich den Tieren auch verbunden und möchte sie nicht mehr missen. Jedes Tier hat ein artgerechtes Zuhause verdient und wenn die Tiere hier ihre Pflicht erfüllt haben, so sollen sie auch ihren Ruhestand in vertrautem Gebiet und mit ihren alten Freunden genießen können. Da ich die Linie bereits seit über 12 Jahren führe und in den vielen Jahren keine negativen Alters-Krankheiten aufgetreten sind, gebe ich hin und wieder auch ehemalige Zuchttiere ab. Diese eignen sich sehr gut als Partner für Einzelschweinchen oder fügen sich problemlos in bereits bestehende Grupen ein.

Zuchtstatus

Da unsere Zucht ein reines Hobby ist, habe ich nur wenige aktive Zuchttiere und Würfe im Jahr. Die meisten meiner Tiere sind ehemalige Zuchttiere und selbstgezogene Tiere, die aus verschiedenen Gründen nie in den Zuchteinsatz kamen.

Stand 1. Augustl 2016
Zuchttiere
Rentner
Jungtiere in der Säugephase
8 (3.5)
3 (1.2)
0

Was ist Hunigertach?

Der Name "Hunigertach" ist die älteste Namensform für die Ortschaft Königsbach, in der ich und meine Zucht beheimatet ist. Hunigertach bedeutet genauer "Riesenberg".
Zu erwähnen wäre, dass Königsbach einst eine keltische Siedlung war. Den auf Riese = Hun deutenden Namen müssen später hier kleinwüchsigere Menschen erfunden haben. Wenn man sich erinnert, dass die Kelten "stark und groß gebaut" waren, so ist es sehr wohl möglich, dass die zu späterer Zeit hier wohnhaft gewesenen Alemannen mit den Huninger ihre Vorgänger, eben die Kelten, gemeint haben.
Meine Tiere nenne ich daher gerne "kleine Huniger" (kleine Riesen) und das Gehege ist auf den Namen "Huningen" (Dorf der kleinen Riesen) getauft worden. Passende Namensschilder am Gehege sind nach der Großrenovierung geplant. :-)

[aus dem "Königsbacher Heimatbuch" von Friedrich Sander]

Weitere Ziele unserer Zucht:

° Zutrauliche und ausgeglichene Tiere
° Robuste und krankheitswiderständige Tiere

° Tiere die zu keinem übermäßigen Fettansatz und Schnellwuchs neigen

° Rassetypische Tiere
° Durchsetzung und Verbreitung der Rasse Ridgeback

Zuchtgrundsätze:

° Unsere Tiere werden nach einem festgelegten Zuchtplan verpaart, d.h. kein Tier wird zu
   früh, zu spät oder unter anderen widrigen Umständen verpaart. Zuchtpausen und
   Mindestalter werden immer eingehalten.
° Wir garantieren für die augenscheinliche Gesundheit unserer Zucht- und Abgabetiere.
   Keines unserer Tiere wird in ein neues Heim gegeben, solange es krank ist. Sollte
   dennoch ein Abgabetier nach Verkauf erkranken, so übernehmen wir keine
   Verantwortung.
° Unsere Tiere werden artgerecht in ganzjährigen Außengehegen gehalten.
° Wir garantieren dem Käufer unserer Nachzuchten, dass wir versuchen jederzeit für eine
   Rücksprache zur Verfügung zu stehen.
° Unsere Verpaarungen erfolgen unter Berücksichtigung des Inzuchtkoeffizienten und des
   Ahnenverlustkoeffizienten, um Inzuchtdepression vorzubeugen.
° Keine Zucht mit Tieren unbekannter Herkunft oder fehlenden/gefälschten Papieren
° Keine Zucht mit Tieren, die nachweislich Satin- oder Kraushaarträger sind.

Zuchtpraxis und Ahnenlinie

Ich möchte im Folgenden auch von meinen bisherigen Zuchterfolgen erzählen, um Interessierten zu zeigen, dass Inzucht in der Hobbyzucht nicht selten und vor allem nichts "Böses" ist, solange man die entsprechenden Grundregeln einhält. Vor allem muss jedem bewusst sein, dass eine Zucht mit Inzucht nur Erfolg haben kann, wenn man genauso wie in der Fremdblutzucht immer äußerste Gewissheit bei der Auswahl und Selektion der Zuchttiere walten lässt. Mit diesen Voraussetzungen kann man eine weitaus größere Gesundheit bei seinen Tieren erreichen, als es mit der Fremdblutzucht möglich wäre. Weitere Informationen über die Hintergründe von Inzucht erfahrt ihr auch in meinem Inzuchtbericht.

Aufgrund der Seltenheit geeigneter Zuchttiere musste ich bei der Zucht dieser seltenen Rasse bereits früh andere Wege gehen, als viele andere Züchter in der Meerschweinchenhobbyzucht. Aufgrund meines Studiums und meinem Interesse an der Biologie konnte ich früh Kenntnisse zur konventionellen Inzucht in den verschiedenen Zuchtbereichen (Hobby-, Labor- und Nutztierzucht) sammeln. Meine Zuchtmethode ist eine Mischform aus vielen verschiedenen Inzuchtpraktiken, wobei ich auf eine Inzuchtmethode setzte, bei der zu Beginn möglichst Verwandte 2. oder 3. Grades miteinander verpaart wurden. Leider kam es in manchen Jahren vor, dass nur ein Bruchteil der Nachzuchten meinen Anforderungen entsprach, daher gibt es auch heute noch immer wieder sogenannte Flaschenhälse, bei denen ein bestimmter Bock oder ein bestimmtes Weibchen gehäuft Nachzuchten in die Linie bringt. Die damit einhergehende Verarmung des Genpools wirke ich auch aktuell noch entgegen, indem ich in den Folgegenerationen auf ältere, entfernt verwandte Vorfahren (Zuchtböcke) oder ausgewählte Fremdbluttiere zurück greife. Ersteres ermöglicht es mir überdies positive, aber verlorene Gene wieder in die Linie zu bringen und dabei negative Faktoren, die sich über Fremdbluttiere einschleppen würden, zu vermeiden. Fremdbluttiere hingegen bringen dagegen neue positive Eigenschaften in die Linie, müssen aber immer wieder durch Rückkreuzungen der Nachkommen auf unerwünschte rezessive Eigenschaften (Kraushaargene, Satingene, unerwünschte Farbgene) getestet werden. Wie erwähnt konnte ich, aufgrund der anfangs sehr heterogenen Eigenschaften der Ausgangstiere und oft mangelndem allgemeinen Rassetyp (Typ, Bau, Stehohren, usw.), kaum klassische Linienzucht mit engen Rückkreuzungen praktizieren. Mittlerweile wird dies jedoch gehäuft möglich, wodurch ebenfalls die bereits erwähnten Flaschenhälse entstehen. Über die Generationen sind aber auch immer wieder Linien ohne geeignete Nachkommen ausgelaufen, weshalb mein heutiger Zuchttierstamm auf nur 7 fremdblütige Tiere zurück geht. Ich erfreue mich heute nicht nur sehr gesunder und langlebiger Nachzuchten, sondern auch sehr typvoller Tiere, die Tieren einer anderen Rasse in ihren Eigenschaften nur noch selten nachstehen. Weiterhin bleibt Inzucht aufgrund der noch vorherrschenden Seltenheit der Ridgebacks das Mittel der Wahl und auch die sicherste Weise einen reinerbigen Ridgebackzuchtstamm zu schaffen. Da für mich auch die Haltung und nicht ein schneller Zuchterfolg im Vordergrund steht, wird dieses Ziel mich auch sicher noch einige Jahre oder Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Stammbaum von Ende 2014 mit den angedachten Verpaarungen für 2015:

Die Ahnen sind auch unter "in Ehren" zu finden.